Marktwirtschaft
& Volkswirtschaft,
auch Ökonomie oder einfach Wirtschaft genannt

Freigeld, Freiland, Schwundgeld
Neben Silvio Gesell, dem "Erfinder" des Freigelds, kommen hier noch Peter Bierl, Günter Hannich und Norbert Rost zu Wort.

Frank Partnoy: F.I.A.S.C.O.
Blut an den weißen Westen der Wall-Street-Broker
Die meisten von uns gehen aus den gleichen die geistige Gesundheit untergrabenden Motiven ins Investmentgeschäft, aus denen Frauen zu Prostituierten werden: Man schwebt nicht in der Gefahr, hart arbeiten zu müssen, geht einer Gruppenaktivität nach, die wenig Verstand erfordert, und verdient auf leichte Art Geld, auch wenn man über kein besonderes Talent für irgend etwas anderes verfügt. Richard Ney: The Wall Street Jungle
Hinter jedem großen Reichtum verbirgt sich ein großes Verbrechen. Honoré de Balzac

Von 1993 bis 1995 verkaufte ich an der Wall Street Derivate. Während dieser Zeit erhielten die zirka 70 Leute, mit denen ich in der Derivategruppe bei Morgan Stanley in New York, London und Tokio zusammenarbeitete, eine Provision von zusammen etwa einer Milliarde Dollar – im Durchschnitt fast 15 Millionen Dollar pro Person. Wir waren unbestritten die profitabelste Gruppe der Welt. Meine Gruppe war bei weitem der größte Geldmacher im Unternehmen. Morgan Stanley ist die älteste und renommierteste unter den Top-Investmentbanken, und die Derivateabteilung war der Motor, der Morgan Stanley antrieb. Die eine Milliarde, die wir machten, reichte aus, um die Gehälter des Großteils der weltweit tätigen 10.000 Mitarbeiter zu bezahlen, und darüber hinaus blieb noch genug für uns. Die Manager aus meiner Gruppe erhielten Millionen und Abermillionen an Bonuszahlungen; sogar unsere untersten Mitarbeiter erzielten sechsstellige Einkommen. Und viele von uns, mich eingeschlossen, waren noch nicht einmal dreißig Jahre alt.

Hans-Peter Martin & Harald Schumann:
Die Globalisierungsfalle
Auszüge 
Der Angriff auf Demokratie und Wohlstand
Kommt die 20:80-Gesellschaft mit ungeahnter Arbeitslosigkeit? Genügt ein Fünftel der Bevölkerung, um die Weltwirtschaft in Schwung zu halten? Was wird aus dem großen Rest? Werden nur noch die mithalten können, die über genügend Ersparnisse verfügen, um vom Börsenboom zu profitieren? Folgt dem bedrohlichen Abstieg der Mittelklasse ein Aufstieg radikaler Populisten auch in Deutschland? Wie entkommen wir der Falle, die sich durch die globale Vernetzung von Wirtschaft, Politik, Medien und Umwelt auftut? Die Globalisierung ist zum wichtigsten Thema der Gegenwart geworden. Nach weltweiten Recherchen legen jetzt zwei erfahrene Spiegel-Redakteure das erste anschauliche und umfassende Buch dazu vor. Sie berichten aus dem Innern der Finanzwelt, der Politik und der Konzerne. Sie enttarnen bequeme Lügen, und sie beschreiben Auswege. "Die Globalisierung ist kein Naturereignis", so die Autoren. "Die Zeit der allgemeinen Orientierungslosigkeit ist vorbei."

Viviane Forrester: Die Diktatur des Profits Auszüge
Täglich erleben wir das Fiasko des Ultraliberalismus.
Widerstand leisten bedeutet zunächst: sich weigern. Dringlichkeit liegt heute in dieser Weigerung, die nichts Negatives hat, die ein unerläßlicher, ein lebenswichtiger Akt ist. Das Vorrangigste aller vorrangigen Dinge: den Terror der Ökonomie abzulehnen, sich aus der Falle zu befreien und dann Schritte nach vorne zu tun. Dringlich ist nicht die unmittelbare Lösung von falschen Problemen, dringlich ist vielmehr, unmittelbar die wahren Probleme zu zeigen und gegen ihre Ursachen vorzugehen, ohne deshalb unbedingt bereits darüber entschieden zu haben, was dem, was man ablehnt, folgen wird. Die "Lösung" besteht nicht im Vorschlag eines anderen Modells, in einem fertigen Ersatzteil-Set, im Versprechen einer ganz neuen, sauberen, garantiert schlüsselfertigen Gesellschaft – wir wissen heute, was solche Modelle wert sind ... Es geht auch nicht um ein Rezept, eine Gebrauchsanweisung, die für den Erfolg dieser Gegnerschaft bürgt, sondern darum, das Risiko einzugehen, das Nicht-Hinnehmbare abzulehnen. Versprechungen zu fordern, bevor man Widerstand leistet, bedeutet, der Idee des Widerstands selbst Widerstand zu leisten und das Spiel der bestehenden Macht mitzuspielen.

Christoph Butterwegge, Bettina Lösch & Ralf Ptak:
Kritik des Neoliberalismus
Auszüge

"Neoliberalismus" steht für eine seit den 1930er-Jahren entstandene Lehre, die den Markt als Regulierungsmechanismus gesellschaftlicher Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse verabsolutiert. Es handelt sich um eine breite geistige Strömung mit unterschiedlichen historischen wie länderspezifischen Erscheinungsformen, Strategievarianten und Praktiken. Eigentlich müßte man von "Neoliberalismen" sprechen, die sich auf verschiedene theoretische Ansätze und Konzepte zur Umsetzung stützen. Das gesellschaftspolitische Projekt des Neoliberalismus strebt nach einem Kapitalismus ohne wohlfahrtsstaatliche Begrenzungen. In dem vorliegenden Buch setzen wir uns mit den theoretischen Grundlagen des Neoliberalismus auseinander und analysieren die wichtigsten Denkrichtungen. Darüber hinaus werden seine praktischen Auswirkungen im Hinblick auf die Verfaßtheit der Bundesrepublik beleuchtet. Ökonomie, (Sozial-) Politik und Demokratie stehen dabei im Zentrum der Aufmerksamkeit. Mit dieser Veröffentlichung wenden wir uns nicht nur an ein Fachpublikum, sondern auch an politisch Interessierte, die an einer kritischen Einführung in den Neoliberalismus, überzeugenden Gegenargumenten und alternativen Denkansätzen interessiert sind.

Rainer Roth: Nebensache Mensch Auszüge
Arbeitslosigkeit in Deutschland
Rainer Roth, geb. 1944, Professor für Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Frankfurt, Vorsitzender von Klartext e.V., einem Verein, der dafür eintritt, daß diejenigen, die Arbeitslosigkeit, Armut, Staatsverschuldung, Abzockerei usw. verursachen, auch für die Folgen geradestehen. Verursacher sind vor allem Banken, Konzerne und die Reichen.
Siehe dazu auch
http://www.klartext-info.de
Im Februar 2003 waren 4,7 Millionen Menschen beim Arbeitsamt arbeitslos gemeldet. Für sie standen 390.000 offene Stellen bereit. Arbeitgeberverbände und Bundesregierung haben die Lösung:
1. Das Problem Arbeitslosigkeit muß durch die Senkung der Arbeitslosenunterstützungen angegangen werden. Dadurch sollen die 4,7 Millionen Arbeitslosen einen Anreiz bekommen, die 390.000 offenen Stellen zu besetzen. 2. Das Problem Arbeitslosigkeit muß ferner durch Lohnsenkungen angegangen werden. Dadurch sollen Unternehmen einen Anreiz bekommen, mehr Stellen anzubieten bzw. Arbeitslose einzustellen. Sind Löhne und Sozialleistungen nur niedrig genug, so die vorherrschende Meinung, kann die Arbeitslosigkeit beseitigt werden. Die LohnarbeiterInnen, ob beschäftigt oder arbeitslos, wehren sich aber gegen die Senkung ihres Lebensstandards. Deshalb sehen die Manager aus Wirtschaft und Politik in ihnen die Ursache aller Probleme. Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland hat in den Augen der Herrschenden kläglich versagt. Der technische Fortschritt führt zu phantastischen Möglichkeiten, die Arbeitszeit zu verkürzen. Was sind die Gründe dafür, daß der technische Fortschritt wachsende Arbeitslosigkeit und Existenzunsicherheit hervorbringt? Der Reichtum, den die LohnarbeiterInnen erzeugen, wächst. Warum haben sie immer weniger davon? Wofür und für wen müssen sie Opfer bringen? Millionen LohnarbeiterInnen bringen täglich die Leistung, die von ihnen verlangt wird und noch mehr. Wieso kommt es dennoch zu gewaltigen Wirtschaftskrisen, in denen wieder abgebaut wird, was sie eben erst mit ihrer Energie und ihrer Kreativität aufgebaut haben. Ebenfalls von Rainer Roth:
Zur Kritik des bedingungslosen Grundeinkommens (im Anhang des Buches)
Die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle ohne Arbeitszwang und Bedürftigkeitsprüfung findet zur Zeit starke Verbreitung. Daß es sich dabei um ein trojanisches Pferd der Kapitaleigner handelt, weist Rainer Roth in dieser Broschüre nach.
Weitere Infos findet der interessierte Leser über KLARTEXT

Albrecht Müller
erweiterte Infos im Eintrag bei WIKIPEDIA
(Jahrgang 1938) war als deutscher Politiker Abgeordneter der SPD und Mitglied des Deutschen Bundestages. Er ist heute als Autor und Unternehmensberater tätig.
In Meckesheim aufgewachsen studierte er Volkswirtschaftslehre und Soziologie in Mannheim, Berlin, München und Nottingham. Nach seiner ersten Stellung am Institut für Internationale Wirtschaftsbeziehungen der Universität München war er ab 1968 Redenschreiber für den damaligen Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller.
Von 1970 bis 1972 war er als Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des SPD-Parteivorstandes maßgeblich an der Wahlkampfarbeit Willy Brandts beteiligt ("Willy wählen"). Danach arbeitete er von 1973 bis 1982 als Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt unter Willy Brandt und Helmut Schmidt.
Nach dem Wahlsieg von Helmut Kohl 1982 begann Müllers Karriere als freiberuflicher politischer und wirtschaftspolitischer Berater. 1984 trat er als Kandidat bei den Oberbürgermeisterwahlen in Heidelberg an, konnte sich aber gegen Reinhold Zundel nicht durchsetzen. Von 1985 bis 1986 gehörte er der Wahlkampf-Mannschaft des niedersächsischen SPD-Spitzenkandidaten Gerhard Schröder an. 1987 zog Müller in den Bundestag ein, dessen Mitglied er bis 1994 blieb.
Heute ist er als Autor und Journalist, Politik- und Unternehmensberater tätig. Außerdem veröffentlichte er zahlreiche Artikel, Essays und Bücher.
1999 erschien Von der Parteiendemokratie zur Mediendemokratie im Verlag Leske und Budrich. 2004 folgte Die Reformlüge im Droemer Knaur Verlag. Das Buch beschäftigt sich kritisch mit dem dauerhaft anhaltenden Einfluß der "neoliberalen" Wirtschaftstheorie auf Medien und Politik in Deutschland, insbesondere durch wirtschafts- und sozialpolitische Strategien. In seinem neuesten Buch Machtwahn – Wie eine mittelmäßige Führungselite uns zugrunde richtet werden diese Tendenzen analysiert.

Noam Chomsky
erweiterte Infos im Eintrag bei WIKIPEDIA
(Jahrgang 1928) ist Professor für Linguistik am Massachusetts Institute of Technology (MIT).
Er entwickelte die nach ihm benannte Chomsky-Hierarchie, seine Beiträge zur allgemeinen Sprachwissenschaft förderten den Niedergang des Behaviorismus und den Aufstieg der Kognitionswissenschaft. Neben seiner linguistischen Arbeit gilt Chomsky als einer der bedeutendsten linken politischen Intellektuellen Nordamerikas und ist als scharfer Kritiker der US-amerikanischen Außen- und Wirtschaftspolitik bekannt. Er ist Anhänger des Anarchosyndikalismus und Mitglied der Industrial Workers of the World.

Begann 1945, an der University of Pennsylvania Philosophie und Linguistik zu studieren. Zu seinen Lehrern zählten der Sprachwissenschaftler Zellig Harris und der Philosoph Nelson Goodman. Chomskys anarchistische Überzeugungen bildeten sich schon in den 1940er Jahren heraus. Von großer Bedeutung war dabei die Auseinandersetzung mit den anarchistischen Experimenten während des Spanischen Bürgerkriegs. Chomsky hatte in dieser Zeit auch Kontakte zu zionistischen Organisationen.

Peter Huth & Jan Engelke & Marc Paul Paustian:
Die Selbstbediener
Auszüge
Wer sich unser Geld einsteckt
Die ganze Wahrheit über den Selbstbedienungsladen Deutschland: Vom Millionen-Mannesmann Klaus Esser über den Party-Bundesbanker Ernst Welteke – ein Skandal jagt den nächsten. Aber dies sind keine Einzelfälle. Denn unser Staat lädt regelrecht zum Selbstbedienen ein: Ob Parlamentarier oder Wirtschaftsboß, ob Gewerkschaft oder Krankenkasse, jeder wirtschaftet schamlos in die eigene Tasche – und in den meisten Fällen noch nicht einmal illegal. Die Journalisten Peter Huth und Jan Engelke decken die Fakten auf, erklären das komplexe System der Selbstbediener – und entlarven ihre Ausreden.

Hans Leyendecker: Die große Gier Auszüge
Korruption, Kartelle, Lustreisen: Warum unsere Wirtschaft eine neue Moral braucht
Einen Schmiergeldskandal mit problematischen Zahlungen in mindestens dreistelliger Millionenhöhe hat es in dieser Republik noch nie gegeben, und die Konsequenzen sind einmalig: Ein SIEMENS-Zentralvorstand saß tagelang in Untersuchungshaft; verwickelt sind auch ehemalige Zentralvorstände und etliche Bereichsvorstände. Strafzahlungen womöglich in Milliardenhöhe sind nicht ausgeschlossen. Amerikanische Anwälte durchforsten den Konzern, der in seiner 160-jährigen Geschichte eine solche Krise noch nicht durchlebt hat.
Der Untertitel dieses Buches, "Warum die Wirtschaft eine neue Moral braucht", mag dem einen oder anderen zu moralinsauer klingen, wenngleich Moral, abgeleitet vom lateinischen mos, soviel wie Gewohnheit, Charakter, Sitte bedeutet. (Wertvoller wäre natürlich die Tugend, denn die kommt von Herzen und baut auf Selbsterkenntnis und Selbstfindung.) Aber auch Skeptiker werden einräumen, daß sich die These von der Notwendigkeit ethischen Verhaltens angesichts des SIEMENS-Falles nicht nur für den Münchner Konzern fast von selbst beantwortet.

Jürgen Roth erweiterte Infos im Eintrag bei WIKIPEDIA
(Jahrgang 1945) ist freier Publizist, wohnt in Frankfurt am Main und hat mehrere Bücher über die organisierte Kriminalität in Osteuropa, Deutschland und den internationalen Terrorismus veröffentlicht.
Er ist einer von Deutschlands bekanntesten Vertretern des investigativen Journalismus. Seit 1971 hat er zahlreiche brisante Fernsehdokumentationen vorgelegt und mehrere aufsehenerregende Bücher geschrieben.

Young Bin Hahn: Die Geldtheorie von Marx und Keynes
Ein Vergleich in bezug auf den Krisenbegriff in der Geldwirtschaft
In der vorliegenden Arbeit sollen die Marxsche und die Keynessche Geld- und Kredittheorie unter dem Aspekt einer Theoriebildung zur ungleichgewichtigen Reproduktionsdynamik kapitalistischer Marktwirtschaften verglichen werden. Dabei wird in erster Linie versucht, den begrifflichen Zusammenhang zwischen Geld und Krise in der Theoriebildung bei Marx und Keynes darzustellen. Dies dient nicht zuletzt auch dazu aufzuzeigen, wie beide Theoretiker bezüglich des Krisenparadigmas gegeneinander abgegrenzt werden können.

Jürgen Nordmann: Der lange Marsch zum Neoliberalismus Auszüge
Vom Roten Wien zum freien Markt – Popper und Hayek im Diskurs

Die vorliegende Arbeit ist die überarbeitete Fassung der Dissertation "Modernisierung liberalen Denkens. Wechselwirkungen zwischen Kritischem Rationalismus und Neoliberalismus", die am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie der Universität Marburg angenommen wurde.
Der Neoliberalismus hat die These vom angeblichen Ende der Ideologien eindrucksvoll widerlegt. Aber wie ist seine Wirkmächtigkeit zu erklären? Jürgen Nordmanns Buch ist ein Beitrag zur Erforschung der Entstehung, Entwicklung und Durchsetzung des Neoliberalismus. Darüber hinaus analysiert er ihn als politisches Projekt.
Jürgen Nordmann, geb. 1968, Politikwissenschaftler und Publizist in Kaiserslautern. Wissenschaftliche Veröffentlichungen zu den Themenfeldern "Wirtschaftspolitische Strategien im zweiten Weltkrieg", "Rechtsliberale Intellektuellengruppen" und "Poppers Demokratieverständnis".

Friedhelm Hengsbach: Das Reformspektakel Auszüge
Warum der menschliche Faktor mehr Respekt verdient
Ein Buch, das in die Zeit paßt: das die Resignation, die Ohnmacht und die Gleichgültigkeit der Menschen angesichts der aussichtslos scheinenden Wirtschaftslage ernst nimmt. Ökonomie ist wichtig, aber sie ist nicht alles. Hengsbach hinterfragt aus dem Wissen um größere Zusammenhänge die Mechanismen der Wirtschaft, die als unangreifbar gelten. Marktregeln sind von Menschen gemacht und nach gesellschaftlichen Maßstäben zu beurteilen.
Friedhelm Hengsbach SJ., geb. 1937, lehrt als Professor Wirtschafts- und Gesellschaftsethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt und ist Leiter des Oswald von Nell-Breuning-Instituts. Er ist ein führender Vertreter der christlichen Soziallehre. 1998 erhielt er wegen seines sozialen Engagements den Gustav-Heinemann-Preis.

Helmut Creutz: Das Geldsyndrom Im Internet verfügbar
Die Ergebnisse von zwölf Jahren Analysearbeit haben Sie in der Hand. Auch wenn das Gros der "weißen Flecke" geschlossen werden konnte – die Befassung mit dem "Problemfeld Geld" wird (leider) mit jedem Tag aktueller und wichtiger. Ich vermute, daß Sie mir nach der Lektüre dieses Buches zustimmen werden.

Klaus Popp: Zinswahnsinn
Resignation, Gleichgültigkeit und mangelndes Engagement für gesellschaftliche Veränderungen sind oftmals darauf zurückzuführen, daß den Menschen der Glauben an eine bessere Zukunft verlorengegangen ist. Jahrhunderte kämpften Frauen und Männer für Freiheit und Brot, für eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen. Mit Beginn der industriellen Revolution kam zum Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung die Hoffnung auf die mit dem technischen Fortschritt möglichen Erleichterungen. Die Befreiung vom Joch unwürdiger Arbeit trieb Millionen Menschen voran. Von marxistischen Vorstellungen geprägte Revolutionen versprachen Aussichten auf paradiesische Zustände. In Deutschland stifteten die Bürgerbewegungen der siebziger und frühen achziger Jahre Hoffnungen, der Mensch würde sein Schicksal in die Hand nehmen und die "Kraft des Guten" könnte in Zukunft menschliches Handeln vorantreiben und bestimmen. Eine von Vernunft und Humanismus bestimmte Gesellschaft schienen greifbar nahe.

Heribert Prantl: Kein schöner Land Auszüge
Die Zerstörung der sozialen Gerechtigkeit
Wird der Sozialstaat zum Kapitalstaat?
Ist es wirklich nur Neid, wenn eine Familie mit drei Kindern sich wundert, wie dieselben Leute, die guten Gewissens Millionengehälter einstreichen, bei den Löhnen ihrer Mitarbeiter um Promille feilschen? Ist es wirklich nur Unverstand, wenn die Menschen sich darüber empören, daß eine Deutsche Bank Milliardengewinne verkündet und zugleich Massenentlassungen ankündigt? Entscheidet nur der Markt, was gerecht ist, frei nach der Devise "The winner takes it all"? Jedem also das Seine: Dem gescheiterten Wirtschaftsboß eine Abfindung, von deren Zinsen er ein halbes Dutzend Bundeskanzler bezahlen könnte für den Arbeitslosen Hartz IV?
Heribert Prantl, geboren 1953, studierte Rechtswissenschaft und Geschichte und war zunächst Richter und Staatsanwalt, bevor er als Redakteur zur Süddeutschen Zeitung ging, wo er heute Leiter des Ressorts Innenpolitik ist. Für seine Veröffentlichungen wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Geschwister-Scholl-Preis und mit dem Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik.

Günter Ogger: Nieten in Nadelstreifen Auszüge
Sie werden bewundert und gelten als Garanten unseres Wohlstands. Sie haben Macht über Menschen, Maschinen, Moneten. Sie verdienen enorme Summen und verwöhnen sich mit Dienstwagen, Dienstvillen und anderen Extras. Das ging in Ordnung, solange ihre Leistung stimmte. Doch inzwischen mehren sich die Zweifel an den Fähigkeiten deutscher Manager: Die Gewinne der Unternehmen schrumpfen, wichtige Märkte gehen vorloren und die Wettbewerbsfähigkeit läßt nach. Dieses Buch beweist: Deutschlands Manager haben versagt! "Hier schreibt kein Pamphletist mit Schaum vor dem Mund: Sachlich belegt Ogger jede Anklage mit Beispielen, durch akribische Presserecherche untermauert."

Günter Ogger: Kauf dir einen Kaiser Auszüge
Die Geschichte der Fugger
In einer Zeit wie der unseren, da der Kanzler ein Wirtschaftskanzler ist und die Politik zur Wirtschaftspolitik verkümmerte, erscheint die Geschichte der Fugger verblüffend aktuell. Nie zuvor und kaum wieder danach bestimmte die Wirtschaft so eindeutig die Weltpolitik wie in den Tagen Jakob Fuggers des Reichen. Es war nicht ein Mann des Staates, sondern ein privater Unternehmer, der die größte Macht der Welt in Händen hielt. Der Augsburger Geldherr entschied, wann Kriege geführt und Frieden geschlossen wurden. Von ihm hing es ab, ob ein Habsburger oder ein Valois zum römisch-deutschen Kaiser gewählt wurde. Ja, die Fugger mischten sich letztlich sogar in Angelegenheiten des Glaubens: Ihre dubiosen Ablaßgeschäfte führten zur Reformation und ihr Geld verhinderte, daß Mitteleuropa protestantisch wurde.

Joel Bakan: Das Ende der Konzerne Auszüge
Die selbstzerstörerische Kraft der Unternehmen
Sind Konzerne destruktiv für die Gesellschaft und ihre Moral?
Es ist die ureigenste Aufgabe jedes Unternehmens, nur seine eigenen Interessen zu verfolgen. Es ist ihm "weder möglich, moralische Gründe anzuerkennen, noch aufgrund dieser davon abzusehen, anderen Schaden zuzufügen". Bakan beschreibt die Entstehung der Konzerne vom Beginn der Industrialisierung bis heute. Und er führte Interviews mit Fachleuten, unter anderem mit dem Vorstandsvorsitzenden des Pharma-Riesen Pfizer ebenso wie mit dem Nobelpreisträger Milton Friedman und mit Noam Chomsky. Bakan legt aber auch Vorschläge vor, wie die Macht der Konzerne zu begrenzen ist. "Das Ende der Konzerne" entwickelt kein Horrorszenario ohne Ausweg, sondern ist ein Aufruf zur Verteidigung der Menschenrechte und für das couragierte Eintreten gegen die Logik des Profits und die ungehemmte Ausweitung dieser Logik auf alle Lebensbereiche.

John Perkins: Bekenntnisse eines Economic Hit Man Auszüge
Unterwegs im Dienst der Wirtschaftsmafia
Economic Hit Men (EHM) sind hochbezahlte Experten, die Länder auf der ganzen Welt um Billionen Dollar betrügen. Sie schleusen Geld von der Weltbank, der US Agency for International Development (USAID) und anderen ausländischen "Hilfsorganisationen" auf die Konten großer Konzerne und in die Taschen weniger reicher Familien, die die natürlichen Rohstoffe unseres Planeten kontrollieren. Die Mittel der Economic Hit Men sind betrügerische Finanzanalysen, Wahlmanipulationen, Bestechung, Erpressung, Sex und Mord. Ihr Spiel ist so alt wie die Macht, doch heute, im Zeitalter der Globalisierung, hat es neue und erschreckende Dimensionen angenommen.

Peter Bofinger: Wir sind besser als wir glauben Auszüge
"Wohlstand für alle": Das Erfolgsrezept für die deutsche Wirtschaftspolitik
Dies war das Leitmotiv von Ludwig Erhard, dem Vater unserer Sozialen Markwirtschaft. Was war das Erfolgsrezept seiner Wirtschaftspolitik? Erhard strebte eine Wirtschaftsordnung an, "die immer weitere und breitere Schichten unseres Volkes zu Wohlstand zu führen vermag." Mit dem Wirtschaftswunder der fünfziger Jahre ist ihm dies in überzeugender Weise gelungen. Die deutsche Wirtschaft konnte sich so wie ein Phönix aus der Asche des Zweiten Weltkriegs erheben. Ihre Währung, die D-Mark, konnte ebenso schnell aus der Rolle des "Besatzungskindes"herauswachsen und wurde bald zum "Weltstar" – stabil im Innern und stark nach außen. Von der Wachstumsdynamik und dem Optimismus der fünfziger Jahre ist in Deutschland heute nichts mehr zu verspüren. Seit nun mehr vier Jahren geht die Binnennachfrage zurück, netto sind die Realeinkommen heute nicht höher als im Jahr 1988. Die Arbeitslosigkeit wird bald die Fünf-Millionen-Marke überschreiten, die Neuverschuldung wird in diesem Jahr zum dritten Mal über der 3%-Grenze des Stabilitäts- und Wachstumspaktes liegen und die Staatsverschuldung bewegt sich mit 65% ebenfalls über dem Limit von 60%, das im Vertrag von Maastricht festgelegt worden war.

Philippe Labarde & Bernard Maris: Börse oder Leben Auszüge
Die große Manipulation
Professor Hoppe schlägt eine neue Demokratie vor, nach dem Grundsatz: jedem Dollar eine Stimme. Wie die Neue Wirtschaft, die doch sehr an die alte und die massive Ausbeutung der Arbeitskraft erinnert, ist auch die neue Demokratie eine Rückkehr zum Feudalismus und zur uneingeschränkten Herrschaft der Kriegsherren der Ökonomie – die jedoch alle in ihrem Bett sterben. Auf einer dicken Matratze aus Aktienoptionen.

Frank Böckelmann & Hersch Fischler: Bertelsmann Auszüge
Hinter der Fassade des Medienimperiums
Bertelsmanns Fassade blendet und beschwichtigt. Wer mit Bertelsmann zu tun hat, sieht zunächst ein großes Aushängeschild mit einer Achtung gebietenden ethischen Selbstverpflichtung: Einer der größten Medienkonzerne der Welt ordnet das Geschäft dem Gemeinwohl unter. ... Darüber hinaus dient die Bertelsmann AG selbst als Fassade – für die hauseigene Stiftung. Die Aktiengesellschaft repräsentiert die Sphäre von Profit, Macht und Einfluß, von der sich die Bertelsmann Stiftung als unabhängige und gemeinnützige Denkfabrik vorteilhaft abhebt. So läßt der Konzern vergessen, daß die Stiftung einen immensen politischen Einfluß ausübt und dabei stets den Profit des Unternehmens im Auge behält, aus dem sie hervorgegangen ist. Sie ebnet dem Medienimperium die Bahn für aktuelle Vorhaben, sorgt für die notwendigen Kontakte und vermag es, bei schwierigen Entscheidungsprozessen in den passenden Momenten nachzuhelfen. Über die Stiftung wirkt der Konzern in Deutschland und Europa auf undurchsichtige Weise an fast allen bedeutsamen sozial- und bildungspolitischen Reformen und sicherheitspolitischen Entscheidungen mit. Diese doppelte Fassade reizte uns, Bertelsmanns Geschichte und gegenwärtige Verfassung eingehend zu untersuchen.

Hans Dieter Müller
Der Springer-Konzern - eine kritische Studie Auszüge
Diese erste umfangreiche kritische Arbeit über den größten Pressekonzern des Kontinents ist das mit Spannung erwartete Ergebnis jahrelanger Recherchen und Materialstudien. Die Auswertung aller erreichbaren Quellen, die Aufzeichnungen von 150 Gesprächen mit führenden Männern des Konzerns selbst machen diese Untersuchung zu einem wichtigen Beitrag zur Zeitgeschichte, in dem fesselnder Bericht und kritische Analyse einander ergänzen. Dieses Buch ist kein Pamphlet, sondern eine scharfsinnige, bis in die Details zuverlässige Studie, die bisher verschwiegene Fakten und Zusammenhänge enthüllt. Sie offenbart zugleich die Gefahren einer solchen Kräfteballung der öffentlichen Meinungsbildung.

zwei Schriften von:
Prof. Dr. L. Jarras, M.S. (Stanford Univ./USA), University of Applied Science, Wiesbaden, Mitglied der Kommission zur Reform der Unternehmensbesteuerung, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Kommission zur Reform der Gemeindefinanzen – und:
Prof. Dr. Gustav M. Obermair, Universität Regensburg

Privater Reichtum und öffentliche Armut
Handlungsoptionen der deutschen Steuerpolitik

Angeblich sinken die Steuereinnahmen, weil die Konjunktur lahmt, obwohl Deutschland ein reales Wachstum von über 1,5% pro Jahr hat und auch in den nächsten Jahren nach den Regierungsschätzungen ein Wachstum von 1 bis 2% pro Jahr erreicht werden wird. Die entscheidenden Fragen werden nicht gestellt:
• Warum sinken die Steuereinnahmen auf Einkommen aus Unternehmertätigkeit & Vermögen, obwohl diese Einkommen weiter steigen?
• Warum belastet Deutschland diese Einkommen effektiv nur mit gut 20%, während alle anderen EU-15-Länder (mit Ausnahme von Griechenland) diese Einkommen mit effektiv rund 30% belasten?
• Warum subventioniert Deutschland steuerlich den Export seiner Arbeitsplätze in Billiglohnländer?

Steuerschwund wegen Privilegien für Unternehmen und hohe Einkommen
Zu den Ergebnissen des Arbeitskreises Steuerschätzung
Diese Bundesregierung ist im wahrsten Sinne des Wortes bankrott: Gegenüber der letzten Steuerschätzung vor einem halben Jahr klafft bei den erwarteten Steuereinnahmen eine Lücke von fast 10 Milliarden (9,6 Mrd. Euro), davon 8,3 Milliarden allein beim Bund. Im Jahr 2005 sind es bereits 15,2 Milliarden Euro und bis zum Jahr 2007 addieren sich die Steuerausfälle gegenüber der Schätzung vom Mai 2003 auf 61 Milliarden Euro (davon 40,2 Mrd. beim Bund); dabei wurden bereits damals die Zahlen in der mittelfristigen Finanzplanung um zig-Milliarden nach unten korrigiert. Die Steuermindereinnahmen, weitere Fehlkalkulationen (Toll-Collect) und Mehrausgaben führen zu neuen Milliardenlöchern im Bundeshaushalt. Für 2004 ist mit einer Rekordverschuldung von weit über 40 Milliarden Euro beim Bundeshaushalt zu rechnen. Die Haushaltslöcher werden gestopft durch neue Schulden, Verscherbelung des letzten Tafelsilbers (Privatisierungen), Abbau von Steuervergünstigungen bei Arbeitnehmern und – spätestens nach den Landtagswahlen – durch zusätzlichen Sozialabbau.

Stefan Kühl: Grenzen der Vermarktlichung
Die Mythen um unternehmerisch handelnde Mitarbeiter
Märkte werden in der neoliberalen Theorie als eine besonders rationale Form der Austauschbeziehung angesehen. Während Begriffe wie "Hierarchie", "Bürokratie" oder "Steuerung" einen negativen Beigeschmack von Ineffizienz und Willkür mitführen, werden Märkte als eine besonders effektive und gerechte Form der Güterverteilung betrachtet. Es wird unterstellt, daß sich gesellschaftliche Arbeitsteilung über die Selbststeuerung der Märkte besonders erfolgreich organisieren läßt und sich zentrale Instanzen wie der Staat weitestgehend aus den Marktprozessen heraushalten sollten.

Matthias Bröckers: Die WTC-Verschwörung _
Der Verdacht, daß Usama Ibn Ladin hinter dem Anschlag steckt, "verdichtet sich", jedenfalls laut Agenturberichten. Irgendeinen konkreten Beweis hat freilich noch niemand vorgelegt Der "Geheimdienst", so meldet NBC am Mittwoch, habe angeblich das Telefonat zweier seiner "Anhänger" abgehört, die über die gelungene Operation gesprochen hätten. Nun denn ...

Matthias Bröckers: 11.9. – Zehn Jahre danach _

»Bis heute [...] hat keine unabhängige Stelle, kein unabhängiges Gericht die zur Verfügung stehenden angeblichen oder tatsächlichen Beweise überprüft und nachprüfbar in einem rechtsstaatlichen Anforderungen genügenden Verfahren festgestellt, wer für die Anschläge von 9/11 verantwortlich war. Es sollte deshalb in jedem Falle schleunigst auf strikt rechtsstaatlicher Basis überprüft werden, ob die offizielle Verschwörungsversion, wie sie seit acht Jahren gegenüber der Öffentlichkeit als Wahrheit ausgegeben wird, auch tatsächlich der Wahrheit entspricht.« Dieter Deiseroth, seit 2001 Richter am Bundesverwaltungsgericht und Experte für Völker-, Verwaltungs- und Verfassungsrecht.

Matthias Bröckers: Wir sind die Guten _

Was geht Deutschland die Ukraine an? Und wie kommt es, daß ein gescheitertes Abkommen mit der EU zu einer der gefährlichsten Krisen führte, die Europa in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hat? Alles Putins Schuld? Zieht er allein die Fäden, kompromiß- und rücksichtslos? Oder ist die Wahrheit hinter diesem Konflikt, der nun den Frieden eines ganzen Kontinents bedroht, doch komplexer? Und vor allem: Welche Rolle spielen eigentlich die Medien dabei, die – wie schon zuvor bei der Finanzkrise – durch unkritische Berichterstattung glänzen und durch einen Mangel an objektiven Informationen? Sind sie längst selbst zur Partei geworden? Mathias Bröckers und Paul Schreyer schauen hinter die Kulissen eines politischen Spiels, das für viele längst tödlicher Ernst geworden ist.

Werner Rügemer:
Grüezi! Bei welchem Verbrechen dürfen wir behilflich sein?
Auszüge
Die Schweiz als logistisches Zentrum der internationalen Wirtschaftskriminalität
Das Image der Schweiz, die Idylle aus Matterhorn, Folklore und Basisdemokratie mit dem (nach Luxemburg) höchsten Pro-Kopf-Einkommen, ist angekratzt. Die Diskussionen um Nazigold und Judengeld haben nur einen Zipfel der dunklen Seite der Schweiz ahnen lassen. Werner Rügemer ergänzt das Bild der beschädigten Schweizer Idylle und zeigt weitere Wirtschaftsverbrechen auf, die in der "ältesten Demokratie der Welt" seit dem Nationalsozialismus täglich für eine mächtige internationale Klientel getätigt werden.
Dr. Werner Rügemer, geb. 1941, Publizist und Berater, Mitglied von Business Crime Control (BCC) und Transparency International (TI); 1975 bis 1989 Redakteur einer pädagogischen Fachzeitschrift.

Jürgen Leinemann: Höhenrausch Auszüge
Die wirklichkeitsleere Welt der Politiker
Seit vierzig Jahren beobachte ich nun Politiker aus nächster Nähe, sehe, wie die Macht sie verändert, wie sie sich einmauern in Posen von Kompetenz und Zuversicht, während die öffentliche Verachtung wächst. Alle haben sie irgendwann einmal die Welt verändern wollen, ein bißchen wenigstens, aber die meisten geraten doch alsbald in die Versuchung, ihre Wahlämter als Plattform zur Selbstbestätigung zu benutzen, sich und anderen mit ihren Privilegien Bedeutung vorzuspielen. Viele merken gar nicht, wie sie von einem Sog erfaßt werden, der ihnen immer mehr äußeren Betrieb zumutet und immer mehr innere Freiheit nimmt. Meist wollen sie es nicht wahrhaben. Eine Weile glaubte ich mich in meiner Beobachterposition auf der sicheren Seite – bis ich merkte, daß ich als Journalist keineswegs nur Zuschauer war, der auf der Tribüne des Geschehens saß und cool protokollierte, sondern auch Zeitgenosse und Mitspieler in der politischen Klasse. Ich mußte erst selbst eine lebensbedrohliche Krise überstehen, um zu begreifen, in welches Elend manche geraten, wenn sie Politik zum Beruf machen. Hans Magnus Enzensberger hat es drastisch zugespitzt: "Der Eintritt in die Politik ist der Abschied vom Leben, der Kuß des Todes."

Hans Herbert von Arnim: Das Europa-Komplott Auszüge
Wie die EU-Funktionäre unsere Demokratie verscherbeln
Die Auswüchse, mit denen sich ein großer Teil dieses Buches beschäftigt, sind derart krass, daß sich die Frage aufdrängt, wie es dazu eigentlich kommen konnte. Warum konnten die Verantwortlichen selbst massivste Kritik unbeeindruckt aussitzen? Warum glaubten sie, Kritiker ungestraft verleumden zu können? Organisation und Entscheidungsverfahren der EU gerieten so fast zwangsläufig in den Fokus. Ihre Analyse macht einen weiteren Teil des Buches aus. Dabei geht es nicht um eine Gesamtdarstellung der EU, sondern um exemplarische Teilbereiche. Die Untersuchung ergibt: Die europäische Politikfinanzierung und die Aufblähung der Pfründen, die alle für die Bürger geltenden Grundsätze auf den Kopf stellen, sind nur der sichtbare Ausdruck eines Demokratie- und Kontrolldefizits, das kennzeichnend ist für die Europäische Union insgesamt. Nirgendwo sonst kommen die extreme Bürgerferne der EU und der Expansionsdrang ihrer Organe derart unverblümt zum Vorschein wie in den Regeln, die die politische Klasse sich in eigener Sache gegeben hat. Abhilfe kann nur eine grundlegende Neuordnung schaffen, die demokratische Mindeststandards wie politische Gleichheit und Gewaltenteilung einhält und eine "Regierung durch und für Bürger" ermöglicht. Die Behebung der Demokratiemängel in der EU ist vielleicht nicht alles, aber ohne sie ist alles nichts.

Guy Kirsch & Klaus Mackscheidt: Staatsmann, Demagoge, Amtsinhaber Auszüge
Eine psychologische Ergänzung der ökonomischen Theorie der Politik
Die Theorie der Demokratie richtet den Blick gemeinhin auf die äußere Freiheit, ihre Sicherung und ihre Bedrohung. Die vorliegende Studie behandelt vornehmlich den Aspekt der inneren Souveränität der Bürger in einer Demokratie. Das Thema wird eingefangen in der Darstellung von drei Politikertypen: der Demagoge – ein Verführer in neurotische Enge und Verneinung; der Staatsmann – ein Therapeut im Dienst einer größeren inneren Freiheit; der Amtsinhaber – ein Politiker, der die Geschäfte innerhalb jener Grenzen führt, die seine und seiner Mitbürger innere Souveränität abstecken.

Michael Lüders: Wer den Wind sät, wird Sturm ernten
Wer den Wind sät, wird Sturm ernten: Michael Lüders beschreibt die westlichen Interventionen im Nahen und Mittleren Osten und erklärt ihre desaströsen Folgen – darunter Terror, Staatszerfall und der Siegeszug islamistischer Milizen. Eine Geschichte erscheint in unterschiedlichem Licht, je nachdem, wo man beginnt sie zu erzählen. Das iranische Verhältnis zum Westen versteht nur, wer den von CIA und MI6 eingefädelten Sturz des demokratischen Ministerpräsidenten Mossadegh im Jahr 1953 berücksichtigt. Ohne den Irakkrieg von 2003 und die westliche Politik gegenüber Assad in Syrien lässt sich der Erfolg des «Islamischen Staates» nicht begreifen. Eindrücklich zeigt dieses Buch, wie in der Region alles mit allem zusammenhängt und wie sich der Westen seine Feinde immer wieder selbst schafft.